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Filmlog

Filme zu Tag: 17.03.
Geschrieben von Michael am 17.03.2010 um 20:25

"17.03.180: Commodus wird römischer Kaiser, nachdem sein Vater Marc Aurel in einem Militärlager in Vindobona gestorben ist".

Das schreibt die Wikipedia zum heutigen Tag. Dazu kann man nur zwei wunderbare Filme empfehlen, die beide von dieser Geschichte handeln: Der Untergang des Römischen Reiches und Gladiator. Vom Untergang.. gibt es bereits eine exzellente Blu-Ray Fassung mit sehr interessantem Zusatzmaterial (auch auf DVD). Von Gladiator soll die letztes Jahr erschienen Blu-Ray heuer zum 10-jährigen Jubiläum des Films durch eine neue und bessere Veröffentlichung abgelöst werden. Offensichtlich waren die erst später in den Film integrierten Szenen der "Extended Edition" von deutlich besserer Bildqualität als das alte Material, das schon zu DVD-Zeiten in HD-Qualität abgetastet wurde, sodass sich viele Käufer der 2009er Blu-Ray darüber beschwerten, nicht die vielbeworbene bestmögliche Bildqualität erhalten zu haben.


Viktorianisches Kino-Double-Feature
Geschrieben von Michael am 23.02.2010 um 23:44

Sherlock Holmes und The Wolfman

Den Sherlock Holmes fand ich wunderbar, genau mein Film. Die Bilder und die geniale Musik von Hans Zimmer schaffen eine wunderbare Atmosphäre. Robert Downey Jr. darf sich wieder mal austoben. Genau wie in "Iron Man" passt es aber wunderbar zur Rolle des exzentrischen Detektives. Jude Law, ein etwas jüngerer und agilerer Watson als sonst steht ihm als passendes Gegengewicht zur Seite.
Dagegen konnte der Wolfman leider nicht bestehen. Joe Johnston ist zwar ein guter Handwerker, leider aber kein Visionär - der bei Wolfman vonnöten gewesen wäre. Als Remake des Chaney Jr. Vehikels ist der Film durchaus gelungen, jedoch merkt man, dass der Film viel mehr sein könnte. Grundsätzlich bin ich kein Fan der Wolfman-Figur. Was sucht dieser kantige Menschenschädel auf einem eleganten Werwolfkörper? Viel besser ist es doch, das Menschliche nur mehr in den Augen der Bestie zu sehen.. Besonder misslungen sind die Stellen, an denen der Wolfman auf 2 Beinen durchs Gebüsch stelzt.. Das wirkt so lächerlich, dass man davon aus dem Film gerissen wird.


Metropolis 2010
Geschrieben von Michael am 17.02.2010 um 00:22

Als im Sommer 2008 wie aus dem Nichts die Meldung in den Medien erschien: "komplette Metropolis-Urfassung gefunden!" ging für mich und viele andere Stummfilmbegeisterte ein Wunschtraum in Erfüllung. Letzten Freitag, am 12.2.2010 wurde aus diesem Traum dann endlich wirklichkeit. Die rekonstruierte Premierenfassung mit Originalmusik wurde in Berlin und Frankfurt erstmals aufgeführt. Die noch größere Freude war für viele, dass auch Arte diese Aufführung zeitgleich im TV sendete - auch in HD. Es war schön mitanzusehen, auch wenn es nur für einen Abend war, dass der Stummfilm ganz im Zentrum des medialen Interesses stand.

Die zusätzlichen Szenen haben dem Film sehr gut getan. Interessant ist, dass nicht nur Charakter-Entwicklung, sondern auch ein paar Money-Shots beim Untergang der Arbeiter-Stadt unter den gekürzten Szenen sind. Die Sieger des Abends waren natürlich die Nebenfiguren Josaphat und der Schmale, jedoch haben auch "Mad Scientist" Rotwang und "Herr über Metropolis" Fredersen ein paar schöne Einstellungen dazubekommen. Das neu hinzugekommene Material ist leicht als solches zu erkennen, da es im Gegensatz zum Rest des Films und trotz großen technischen Aufwandes immer noch deutliche Beschädigungen enthält. Dafür ist der Film jetzt bis auf wenige Schnipsel (im Film waren 2 fehlende Szenen gekennzeichnet) komplett.

Treffend fand ich Dirigent Frank Strobels Vergleich mit Star Wars. Die Szene, als Rotwang Fredersen den Roboter zeigt und der sich von seinem Sitz erhebt, klingt total nach John williams. Schließt man die Augen, glaubt man, "Star Wars" oder "Jäger des verlorenen Schatzes" zu hören. Ebenso treffend fand ich den Vergleich zu Avatar, den jemand anderer geäußert hat: ein visuell und technisch bahnbrechender Film, der nach seiner Premiere wegen der angeblich zu trivialen Handlung angefeindet wird. Nunja, die Zeit hat ihr Urteil gefällt, würde ich sagen.

Auch wenn viele bedeutende dt. Stummfilme in Deutschland noch nicht auf DVD veröffentlicht wurden und teils sogar restauriert in den Archiven versauern, ist es doch erfreulich, trotzdem man die "Wirtschaftskrise" als bequeme Ausrede hatte, dass die Rekonstruktion der neuen Metropolis-Fassung großteils mit öffentlichen Geldern finanziert werden konnte.

Trotz all der Freude und Euphorie hat uns die Metropolis-Neuentdeckung auch ein paar sehr gefährliche Schwachstellen aufgezeigt:

Fernando Peņa, der argentinische Kinoenthusiast, der den Anstoß zur Entdeckung der verschollen geglaubten Fassung gab, hatte seit den späten 1980er-Jahren vergeblich versucht, das Metropolis-Material sichten zu können. Erst 20 Jahre später, als seine Ex-Freundin die Leitung des Archives übernahm, wurde es ihm ermöglicht, das Filmmaterial zu sehen und seinen Verdacht zu bestätigen. Wer glaubt, dass damit die lange Geschichte endlich ein gutes Ende fand, der irrt! Es musste erst ein renomierter spanischer Filmexperte eingeschaltet werden, damit die deutschen Archivleute die ihnen zugetragenen Informationen über den Fund ernst nahmen. Man hätte ja bereits ein Kamera-Negativ, 16mm Kopien interessieren da nicht, wie der Metropolis-Restaurator selbst etwas zerknirscht in der Doku "Die Reise nach Metropolis" zugibt. Leider dürfte das suboptimale Verhalten der deutschen und argentinischen Archive typisch für filmbewahrende Orgnisationen sein. Man ist zwar seit Jahrzehnten international organisiert, jedoch gibt es immer noch zuwenig Kommunikation, es gibt zu wenig Geld, es wird zu wenig Öffentlichkeitsarbeit betrieben (wo soll dann Geld herkommen, wenn niemand deren Wert erkennen kann?) und es kommt anscheinend auch immer noch vor, dass einzigartiges Material von Archiven vernichtet wird, weil man kein Geld für die Konservierung hat, auch in Europa.

Allen aktuellen Diskussionen zum Thema "Schutz von geistigem Eigentum" sei ausserdem Folgendes mitgegeben: der Verleiher, der die Metropolis-Kopie nach Argentinien brachte, hätte sie den Verleih-Bestimmungen zufolge nach der Kino-Auswertung vernichten müssen! Auch die Rechtsnachfolger des damaligen deutschen Filmstudios UFA, von dem Metropolis produziert wurde, sind ihm jetzt dankbar, dass er sie lieber einem Freund geschenkt und somit illegal für die Nachwelt erhalten hat.


I sell the Dead
Geschrieben von Michael am 02.12.2009 um 22:06

Der Film schafft es zu Beginn, eine wunderbar unheimliche Atmosphäre aufzubauen. Arthur Blake, ein Leichendieb sitzt in der Todeszelle. Sein Partner ist ihm bereits vorausgegangen. Man schlittert mit dem jungen Lehrling Arthur in das ekelige Geschäft der Leichendiebe, halb fasziniert, halb angewidert und hin und wieder belustigt. Dieses geniale Gleichgewicht kann fast über die Hälfte des (recht kurzen) Films aufrecht erhalten werden, während Arthur einem seltsamen Gefängnispfarrer seine Lebensgeschichte erzählt. Doch leider beginnt der Film dann, sein ganzes Pulver unkontrolliert zu verschießen, hetzt von einem haarsträubenden Höhepünktchen zum nächsten und ist am Ende angekommen, lange bevor der Zuseher dafür überhaupt bereit ist oder gar alle Fragen beantwortet wären.
Auf jegliche zuvor sorgfältig aufgebaute Dramatugie wird ebenso geschissen, dafür gib es eine überraschende Wendung, die alles noch schlechter macht. Aber man prügelt sich mit Zombies, zieht gar abwegige Dinge aus der Erde und schuld am jähen Ende der Berufskarriere ist ein Frauenzimmer - auch was wert. Jammerschade, denn aus dem Film hätte man so viel mehr machen können!


Heston der Held
Geschrieben von Michael am 04.10.2009 um 00:18

Charlton Heston ist wohl einer der eindrucksvollsten Filmhelden der Filmgeschichte.
Sein Ben Hur ist unvergesslich, er war Prinz von Ägypten, 55 Tage in Peking und sein Arm führte das Schwert des Cid.


Hellboy 2
Geschrieben von Michael am 20.02.2009 um 21:16

Obwohl Hellboy 2 - Die goldene Armee näher an den Hellboy Comics dran ist als der erste Film, hat mir der alte Film besser gefallen, weil er vielschichtiger und gehaltvoller war.


Iron Man
Geschrieben von Michael am 09.11.2008 um 18:23

Selten zuvor hat eine Comicverfilmung so viel Spass gemacht wie Iron Man. Viele jammern schon über die Flut an Comic-Verfilmungen, die Hollywood über uns hereinbrechen läßt. Mag sein, dass einige dieser Filme unter ihren Möglichkeiten bleiben oder einfach nur belanglos sind. Doch wenn dabei Schätze wie "300", "The Dark Knight" oder "Iron Man" entstehen, dann kann das doch nur gut sein. Es ist wohl kein Zufall, dass wir gerade diese Werke einer Riege junger, talentierter Regisseure zu verdanken haben.

Robert Downey Jr. als Tony Stark zu casten, war wohl die beste Idee seit der Erfindung des vorgeschnittenen Brotes. Downey verleiht der Rolle des Millionärs und Playboys "mühelos" eine Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit, die dem Film sehr zugute kommt.





Beitrag erstellt von Michael: 17.03.2010 20:25 / zuletzt geändert: 04.09.2010 04:01