Die Fährte
Seit Tagen ist das Trio unterwegs. Die kleine Tissy und ihre beiden Wölfe. Tissy war es bitter kalt. Doch die Schritte wurden nicht langsamer. Die beiden Wölfe hatten eine Fährte und ihr Geruchsinn trügte sie nie. Tissy war es so kalt, dass sie nicht mal mehr singen konnte. Der kleine Fuchs wollte aber die beiden niemals alleine lassen, so biss sie ihre kleinen Zähnchen zusammen und kämpfte tapfer weiter.
Vor ein paar Tagen wurde ihr Lager überfallen und einige ihrer Freunde zahlten einen hohen Preis. Die beiden Wölfe entschlossen sich sehr schnell zu handeln. Solange die Fährte noch frisch war, konnte es nicht zu spät sein um die Feinde zu stellen.
Der Wald wurde dichter und ließ den Regen nicht durch, doch war Tissys Fell sehr nass geworden… Die Erde des Waldes roch aber nach Heimat. Tissy liebte diesen Duft. Als sie noch eine ganz kleine Welpe war und zum ersten Mal ihr Näschen aus dem Fuchsbau steckte, da waren all diese Düfte wie ein Konzert für ihre Sinne.
Die beiden Wölfe merkten, dass es Tissy sehr schwer fiel, Schritt zu halten und machten sich allmählich Sorgen. Ihr müsst wissen, wenn ein Wolf seiner Fährte folgt, lässt er sich nur sehr schwer davon ablenken. Doch bei Tissy war das was anderes. Diese kleine Fuchsmaid schafft es, dem wildesten Wesen ruhe zu geben, Frieden. Doch heute wollte Tissy das nicht. Sie fühlte den Schmerz der beiden Wölfe um den Verlust ihrer Freunde. Und Tissy wollte ihnen keine Last sein. Doch Sie wurde immer müder, bis allmählich ihre Sinne schwanden.
Einer der beiden Wölfe fing sie noch in letzter Sekunde auf, aber da war Tissy auch schon gar nicht mehr ansprechbar.
Tissy fühlte sich als wäre sie an einem ganz warmen Ort. Sie träumte von der Wüste und von der Wärme. Lange sah sie sich um, sie kniff die Augen zusammen und erkannte in der Ferne Bäume und sie schmeckte Wasser. Ein sehr leises aber starkes Bum, Bum, Bum, hörte sie, oder spürte sie es? Es ging durch ihren ganzen kleinen, zarten Körper und es war so wunderschön. Es ging eine tiefe Geborgenheit davon aus und langsam reckte sie sich. Sie streckte ihren Fuchskörper sehr lange, sogar die Krallen streckte sie aus und dann seufzte sie ganz sanft, woo bin ich?
Da merkte sie, dass ihr jemand ins Ohr blies, ganz warm und sanft. Sie drehte sich und merkte, dass sie von der Wolfsdame Röyksopp ganz fest in ihren felligen Armen gehalten wurde. Die Wolfsdame schenkte ihr Wärme und das tat ihr sehr gut. Ja sie hatte wohl der kleinen Tissy das Leben gerettet. Tissy schämte sich, weil sie so schwach war, aber Röyksopp hielt sie wie ein kleines Püppchen in ihren Armen und sagte nur „mein kleines Füchsen geht’s wieder?“ Und ja, das musste Tissy schon zugeben, noch nie ging‘s ihr soo gut! Tissy piepste leise „Oh ja, sehr gut, danke!“
Beitrag erstellt von Gaby: 22.08.2009 13:25 / zuletzt geändert: 22.08.2009 16:49